Meine Familie und ich hatten eine simple Regel für Wochenenden und Ferien. Sie mussten ‘besonders’ sein. Ein Freizeitpark, ein aufregendes Event, eine lange Reise. Es musste sich nach Erleben anfühlen, etwas, das man auf Instagram teilen konnte. Irgendwann merkten wir, dass wir montags oft erschöpfter waren als freitags. Die Suche nach dem Besonderen hatte uns ausgelaugt.
Also probierten wir das Gegenteil. Statt mehr zu tun, wollten wir weniger tun. Wir suchten nach einem Ort, der nicht mit Programm überfrachtet war, sondern Raum ließ. Einer dieser Orte, an denen man den Spaziergang zum Ziel erklärt, war der Straetlingshof in Bochum. Was wir dort fanden, war keine spektakuläre Attraktion, sondern eine einfache Lektion darüber, wie Freizeit eigentlich funktionieren kann.
Der erste Eindruck auf dem Straetlingshof ist der einer funktionierenden Landwirtschaft. Es riecht nach Erde und Tieren, nicht nach Pommesbude. Es gibt keinen durchgetakteten Ablaufplan für Besucher. Man kann zu den Gehegen gehen, den Hofladen besuchen oder einfach auf einer Bank sitzen. Dieser Mangel an Angebot ist das eigentliche Angebot. Für Kinder, die sonst von Animation umgeben sind, ist das zunächst ungewohnt. Sie lernen schnell, dass Langeweile der Beginn eigener Ideen ist.
Ein Schwein in einem Buch ist ein Bild. Ein Schwein auf dem Straetlingshof ist ein lebendiges, schnaubendes Wesen mit eigenem Willen. Der Unterschied ist fundamental. Meine Kinder standen ewig am Zaun und beobachteten einfach, wie die Tiere miteinander umgingen, schliefen, fraßen. Es gab keine Touchscreen-Erklärung, keinen Audioguide. Diese direkte, unvermittelte Beobachtung fordert eine andere Art von Aufmerksamkeit. Sie ist langsamer und nachhaltiger. Man merkt, wie sich die eigene Wahrnehmung entschleunigt, wenn man kein nächstes Infoschild abhaken muss.
Im Hofladen gibt es keine dreißig Sorten Joghurt. Es gibt die Produkte, die hier erzeugt werden. Eier, Honig, manchmal Gemüse. Die Auswahl ist begrenzt, aber jede Entscheidung ist einfach. Man sieht direkt, woher das Essen kommt. Das schafft eine seltene Klarheit. Für Kinder ist der Zusammenhang zwischen dem Huhn draußen und dem Ei in der Schachtel plötzlich greifbar. Es ist eine kleine, aber wirkungsvolle Lektion über Herkunft, die kein Lehrbuch so konkret vermitteln kann.
Die umliegenden Wege und Felder laden zum Laufen ein. Aber hier geht man nicht, um eine bestimmte Sehenswürdigkeit zu erreichen oder eine Strecke abzuhaken. Das Gehen ist selbst der Punkt. Man beobachtet die Veränderung der Felder im Jahreslauf, hört den Wind in den Bäumen. Es klingt banal, aber für Stadtbewohner ist dieses einfache, ziellose Unterwegssein eine verloren geglaubte Fähigkeit. Wir mussten sie erst wieder lernen. Der Hof bietet den idealen Startpunkt für diese Art der Bewegung.
Unser größter Lernmoment war der, dass ein erfolgreicher Besuch nicht an einer Checkliste gemessen wird. Früher hätten wir gefragt: Haben wir alle Tiere gesehen? Haben wir im Café gegessen? Haben wir den Spielplatz genutzt? Auf dem Straetlingshof fiel diese Liste weg. Ein erfolgreicher Nachmittag war einer, an dem die Kinder glücklich müde waren und wir als Eltern nicht hetzten. Die Qualität der Zeit misst sich plötzlich an der Stimmung, nicht an den abgehakten Aktivitäten.
Die eigentliche Herausforderung beginnt nach dem Besuch. Kann man diese Haltung auch im Alltag bewahren? Wir haben gemerkt, dass schon die Erinnerung an diesen Ort hilft. Wenn das Wochenende wieder voll zu werden droht, fragen wir uns: Brauchen wir wirklich ein Programm? Oder können wir auch einfach in den Park gehen und beobachten? Der Hof wurde für uns zu einer Art Blaupause für echte Erholung. Er zeigt, dass der Kern der Freizeit im Freisein liegt, nicht in der Füllung der Zeit.
Manchmal muss man an einen Ort gehen, an dem nichts Besonderes passiert, um zu verstehen, was besonders ist.
Am Ende ist der Straetlingshof kein Geheimtipp für spektakuläre Unterhaltung. Er ist etwas Wertvolleres: ein funktionierendes Beispiel dafür, wie man der ständigen Beschäftigung eine Pause geben kann. Für Familien, die im Hamsterrad aus Schulstress, Hobbys und Verpflichtungen stecken, kann ein solcher Ort wie ein Reset-Knopf wirken. Er erfordert keine weite Anreise, kein großes Budget. Er erfordert nur die Bereitschaft, mal nichts zu erwarten. Das klingt einfach. Für viele von uns ist es eine der schwersten Übungen.
Was wir mitnahmen, war eine Liste, aber eine andere als erwartet:
Der Hof verändert sich nicht jedes Jahr. Das ist sein großer Vorteil. Man kann wiederkommen und findet die gleiche Ruhe vor. In einer Welt, die sich ständig neu erfindet, ist diese Verlässlichkeit selbst zum Luxus geworden. Für uns war es die Grundlage, um unsere eigene Definition von einem guten freien Tag zu überdenken. Manchmal liegt das Abenteuer nicht in der Action, sondern in der Stille dazwischen.
Deana Tsiapalis has worked in the banana fields in Australia, trekked up the Chieftain in Squamish, B.C. and has helped her daughter transition from a Hip Hop dancer to Swan Lake in point shoes in less than 1 min, 30 secs flat! She has an impossibly difficult last name to pronounce but has embraced it appreciatively with her family of 5. Deana has been in the fitness and wellness business for 25 years. As a certified Wellness Coach and a movement specialist, Deana pulls it all together with Extension Pilates & Wellness Coaching